Emissionen reduzieren, wo sie entstehen
Mehr als 1.600 Lieferanten weltweit tragen bei Bosch Power Tools dazu bei, dass aus Ideen leistungsstarke Werkzeuge entstehen. Vom Rohmaterial bis zur fertigen Komponente findet Wertschöpfung in einem globalen Netzwerk statt. Und genau hier liegt einer der größten Hebel für wirksamen Klimaschutz. Denn ein erheblicher Teil der Emissionen entsteht nicht in den eigenen Werken, sondern entlang der Lieferkette.
Bosch Power Tools reduziert seit vielen Jahren kontinuierlich die Emissionen im eigenen Einflussbereich und nutzt konsequent die unternehmensinternen Hebel. Gleichzeitig versteht der Geschäftsbereich Klimaschutz als gemeinsame Aufgabe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. „Wer als Unternehmen Verantwortung übernimmt, muss deshalb über die eigenen Werkstore hinausdenken“, sagt Simon Kalt. Er ist Nachhaltigkeitsberater bei Bosch Power Tools und Mitbegründer der sogenannten Impact Academy – einer Beratungsinitiative für Lieferanten. „Mit der Impact Academy unterstützt Bosch Power Tools seine Geschäftspartner dabei, Emissionen messbar zu reduzieren“, erklärt er. „Schritt für Schritt und mit einem klaren Ziel: Wirkung dort zu erzielen, wo sie am größten ist.“
Klimaschutz beginnt in der Lieferkette
Wo beginnt Klimaschutz? Dort, wo Materialien gewonnen, Vorprodukte gefertigt und Energie eingesetzt werden. Hier rückt die vorgelagerte Wertschöpfungskette systematisch in den Fokus. Die Herausforderung: Viele Unternehmen stehen noch am Anfang ihrer Klimareise. Häufig fehlt ein Gesamtüberblick über die eigenen Emissionen. Manchmal sind Ressourcen begrenzt oder es ist unklar, wie man den CO₂-Fußabdruck berechnet und welche Maßnahmen den größten Effekt erzielen. Klimaschutz in der Lieferkette gelingt deshalb nur gemeinsam – mit fachlichem Know-how und echter partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Simon Kalt betont: „Wer Emissionen senken will, muss dort ansetzen, wo sie entstehen – transparent, datenbasiert und gemeinsam mit den Partnern vor Ort.“
Gemeinsam Wirkung entfalten
Die Impact Academy ist ein zentraler Baustein der Nachhaltigkeitsstrategie bei Bosch Power Tools. Das Ziel: Die Lieferanten dabei zu unterstützen, ihre Klimaziele zu erreichen – und somit gleichzeitig den CO₂-Fußabdruck der gesamten Lieferkette zu reduzieren. Statt auf standardisierte Programme setzt der Geschäftsbereich dabei auf individuelle Zusammenarbeit, konkrete Projekte und messbare Ergebnisse. „Mit der Impact Academy unterstützen wir unsere Partner, eigenständig wirksame Klimastrategien zu entwickeln und umzusetzen“, erklärt Andreas Magnussen, Leitender Referent für Nachhaltigkeit bei Bosch Power Tools und ebenfalls Mitbegründer der Impact Academy.
Am Anfang steht der Dialog. In Workshops, durch Werksbegehungen und intensive Datenanalysen verschaffen sich die Fachleute bei Power Tools ein klares Bild der Ausgangslage. Wie setzt sich der Energieverbrauch zusammen? Welche Materialien dominieren die Emissionsbilanz? Wo bestehen bereits Initiativen?
Genau hier setzt die Impact Academy an: Zunächst erfolgt eine umfassende Berechnung des Unternehmensfußabdrucks, direkte und indirekte Emissionen werden ermittelt und die Partner dabei unterstützt, eine belastbare Datengrundlage zu schaffen. Auf dieser Basis verpflichten sie sich zu konkreten Klimazielen – orientiert an wissenschaftsbasierten Standards wie der sogenannten Science Based Targets initiative. Auf diese Weise werden die Partner dabei unterstützt, ihre CO₂-Bilanz eigenständig zu berechnen und zu steuern. So entsteht ein klarer Zielrahmen. Der jährliche Fragebogen des Carbon Disclosure Projects, ein zentrales Instrument zur Offenlegung von klimarelevanten Nachhaltigkeitsthemen von Unternehmen, dient dabei als Grundlage, die Fortschritte transparent zu erfassen und weiterzuentwickeln.
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In Workshops, durch Werksbegehungen und intensive Datenanalysen verschaffen sich die Experten ein klares Bild der Ausgangslage. -
Veränderung, die sichtbar wird
Manchmal zeigt sich Fortschritt in einer neu installierten Photovoltaikanlage auf dem Werksdach. Manchmal in effizienteren Heizsystemen oder in emissionsärmeren Materialien. „Mit unseren Partnern identifizieren wir Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz, planen den Einsatz erneuerbarer Energien und prüfen Materialänderungen“, so Andreas Magnussen. „Auch ein Konzept zur Zusammenarbeit mit der vorgelagerten Lieferkette spielt eine Rolle, um die Dekarbonisierung bis zum Rohmaterial voranzutreiben.“ So wird Klimaschutz Teil des operativen Geschäfts – und bleibt nicht nur ein strategisches Ziel auf dem Papier.
Vom Pilot zur Bewegung
2025 ist die Impact Academy mit ersten Pilotprojekten gestartet. Der Fokus liegt zunächst auf Lieferanten mit hohem CO₂-Fußabdruck. Andreas Magnussen erklärt: „Bis Ende 2026 sollen sich gemessen am Einkaufsvolumen rund 30 Prozent unserer Lieferanten öffentlich einsehbare Ziele zur Emissionsreduzierung setzen. Damit erreichen wir einen messbaren Fortschritt für die Reduktion unseres CO₂-Fußabdrucks.“
Doch die Impact Academy ist langfristig angelegt. Mit jeder Projekterfahrung wächst das Wissen im Netzwerk. „Neben CO₂ erweitern wir perspektivisch unser Angebot auf Themen der Kreislaufwirtschaft und regulatorische Beratung speziell für den asiatischen Markt“, ergänzt Simon Kalt. „Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir eine Lieferkette entwickeln, die leistungsfähig bleibt – und gleichzeitig verantwortungsvoll handelt.“
Fazit
Die Bosch Power Tools Impact Academy verbindet strategische Zielsetzung mit operativer Umsetzung in der Lieferkette. Durch transparente Datengrundlagen, Orientierung an SBTi-Standards und regelmäßige Fortschrittsmessung über CDP entstehen konkrete, realistische Klimastrategien. Gemeinsam mit den Lieferanten wird Schritt für Schritt eine Lieferkette entwickelt, die Verantwortung übernimmt und langfristig zukunftsfähig bleibt.
Unsere Experten
Simon Kalt studierte Maschinenbau – Konstruktion und Entwicklung an der Hochschule Konstanz und absolvierte anschließend den Master in Produktentwicklung an der Hochschule Pforzheim. 2019 startete er bei der Robert Bosch Power Tools GmbH in der Produktentwicklung für DIY-Messwerkzeuge und fokussierte sich früh auf nachhaltige Produktentwicklung, wodurch er das gesamte Messtechnik-DIY-Portfolio in Richtung Nachhaltigkeit optimierte. Später übernahm er die fachliche Leitung des Nachhaltigkeitsteams im Geschäftsbereich Messtechnik. Seit 2025 ist er Mitbegründer der Bosch Power Tools Impact Academy.
Andreas Magnussen studierte BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik in Mainz und Augsburg. Im Jahr 2018 begann er seine Karriere bei Bosch als Einkaufstrainee im indirekten Einkauf und wechselte 2021 auf seine erste Planstelle im Automotive Einkauf, wo er sich auf Digitalisierung konzentrierte. Seit 2023 ist er für das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf bei Bosch Power Tools verantwortlich. Seit 2025 ist er Mitbegründer der Bosch Power Tools Impact Academy und begleitet als Nachhaltigkeitsberater internationale Transformationsprojekte.

